Sprachen lernen

„Wie kann man eigentlich eine Sprache so lernen, dass man sie dolmetschen kann?“ – das werde ich häufiger gefragt. Eine Sprache zu lernen erfordert viel Zeit, Fleiß und Begeisterung für die Kultur und die Menschen, die diese Sprache sprechen. Letzteres ist für mich das Allerwichtigste: Mit Erinnerungen und – zumeist schönen – Erlebnissen ist mein Wortschatz verbunden. Eine gewisse Basis sollte man sich, so finde ich, theoretisch aneignen, bevor man ins Land geht und das Gelernte dann anwendet, denn ausschließlich „von der Straße“ zu lernen, kann langfristig frustrierend sein, da man grammatikalische Eigenheiten nicht verstehen und demzufolge auch nicht korrekt anzuwenden lernt, der Lernprozess also irgendwann (meiner Meinung nach relativ schnell) stagniert. Aber sobald eine gewisse Basis da ist, sollte man die Sprache aktiv mit Muttersprachlern sprechen, um Erlebnisse damit zu verbinden und ihr Leben einzuhauchen.

Wenn ich Wörter höre oder ausspreche, sehe ich Situationen vor meinem inneren Auge, in denen ich den jeweiligen Begriff oder die Konstruktion gehört oder angewandt habe. Meist ist damit eine ganze Geschichte verbunden, die ich beim Sprechen nochmal im Zeitraffer durchlebe.

Für mich bedeuten „Fremd“sprachen weit mehr als Wörter für Dinge, die anders ausgesprochen werden als in meiner Muttersprache. Es sind Erlebnisse, Gefühle, Gerüche, kurz: ein anderes Leben, das ich damit verbinde. Eine Spezialität aus einem anderen Land schmeckt wegen der Erinnerungen, die wir mit ihr verbinden so gut – mir schmeckt gesalzener Hering nur, wenn ich während des Essens von einer meiner Sankt-Petersburger Omis erzählen darf – und das am besten auf Russisch!

memo

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